Sonntag, 13. November 2016

Sieh hin.

Ihr Herz bricht.

Still sitzt sie vor ihrem Fenster. Es ist weit geöffnet und die kalte Luft dringt durch ihre Haut. Bis sie ihr Herz erreicht, dass ein paar Schläge aussetzt. Sie zittert, als der Wind die Blätter auf der Straße durcheinanderwirbelt.
Liebste Jahreszeit, denkt sie und steht auf. Ihre Beine tragen sie kaum. Sie zittern zu sehr. Ihre Fingerspitzen sind blau angelaufen. Als sie warmes Wasser darüber laufen lässt, kribbeln sie und verfärben sich dunkelrot. Wärme, sie lacht leise. Sie spürt sie nur noch, wenn sie von außen kommt.
Sie spürt die gefrorenen Tränen in ihrem Gesicht. Die kalten Streifen von Salzwasser, die sie nicht weggewischt hat. Warum auch. Es laufen sekündlich neue Tränen über ihre Wangen, die sich heiß auf der erfrorenen Haut anfühlen.

Kälte. Die Einsamkeit, die sich in ihrem Herzen eingenistet hat, verstummt nicht. Sie schreit und brüllt, doch sie überhört es. Das hat schon immer geholfen.

Wenn sie nur nicht darüber nachdenkt, wird das Gefühl vergehen und morgen wird sie aufstehen wie immer und weiterleben.

Es ist doch nichts passiert. Wie oft hat das Herz schon weh getan. Es wird diesen Bruch schon überleben.
Und so wichtig ist dieser Bruch nicht. Es gibt Schlimmeres.

Sie wird schon lange nicht mehr von Schluchzern geschüttelt, wenn sie weint. Die Tränen kommen leise. Und sogar das unauffällige Verschwinden lassen der Tränen hat sie über Jahre erprobt. Sie verschluckt sie und niemandem fällt auf, wie verletzt sie ist.

Niemand sieht hin.

, Ziska.
Ich hoffe, ich werde die Menschen sehen, die sich hinter einer Maske aus Lachen verstecken.
Wie vielen Menschen begegnen wir täglich, die eine Umarmung brauchen, weil sie jeden Abend zerbrechen?


Kommentare:

  1. Ich mag die Weise wie du schreibst, ich weiß dass das so etwas typisches ist, was viele Menschen hier sagen. Worauf ich jedoch hinaus will, ist dass ich Komfort in deinem Schreibstil und deinem Content finde, warum das so ist weiß ich auch nicht. Aber mach weiter so.


    Zu deinem Kommentar - ich kann durchaus verstehen, dass du online nicht alles preisgeben möchtest, mir geht es ähnlich. Deswegen habe ich auch diesen anonymen Blog, und einen öffentlichen transparenteren Blog auf dem ich preisgebe, was ich mir erlaube preiszugeben.

    Liebe Grüße
    Perle

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  2. Freut mich, wenn ich dir damit eine Freude bereiten konnte! :)

    Es fühlt sich komisch an, wie eine Krankheit. Ich dachte zuerst an ein Trauma, aber es fühlt sich wie eine Krankheit an. Und....ich weiß nicht....es fühlt sich nicht schön an negative Energie gegenüber anderen Menschen zu haben, egal welches Geschlecht. Was ich dagegen tun kann, weiß ich nicht. Vielleicht sollte ich nach drei jahren nun endlich mal wieder versuchen, mich mit einem Mann zu unterhalten? Ich weiß nicht.


    Alles Liebe
    Perle
    x

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  3. Ich mag die Zeilen mit den Tränen, die zu eis gefrieren!

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  4. Liebe ziska!

    du hast meine derzeitige situation perfekt in worte formuliert, wenn ich so scheitere daran. danke dafür!

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